intv-Bericht über 13. Juni 1944

Interview mit Marcus Siebler

 

Ausgestrahlt in der teleschau am 09. Juli 2012

 

 

 

 

 

 

Liebe Darstellerinnen und Darsteller,

liebe Mitwirkende,

liebe Freunde,

 

ein aufregendes und ereignisreiches Jahr geht zu Ende, denn seit der letzten

Uraufführung unserer Filme im Januar dieses Jahres hat sich viel bewegt.

Dies traf und trifft im ganz besonderen Sinne auf unseren Dokumentarfilm

13. Juni 1944 zu, den wir seit seiner Premiere in über 20 öffentlichen Veranstaltungen

in der Region und darüber hinaus vor mehreren tausend Besuchern gezeigt haben.

Viel Lob und Annerkennung für unser Engagement und Arbeit, zahlreiche Grüße

sowie liebenswerte Worte sind uns seither übermittelt worden.

Ich bin tief bewegt von der großen Aufmerksamkeit, die dem Film zuteil wurde

und es freut mich ganz besonders das Interesse von Schulen und jungen Menschen in

der Region. Sie sind es, die von dem Film am meisten profitieren werden und können.

 

Einen Höhepunkt stellte, im Juni dieses Jahres, die Enthüllung eines Gedenksteins für

die ermordeten US-Besatzungsmitglieder eines B-24- Bombers im Zweiten Weltkrieg dar,

deren Geschichte wir in 13. Juni 1944 dokumentiert haben

Anwesend waren, unter vielen anderen Gästen, Angehörige von überlebenden

Besatzungsmitgliedern aus den U.S.A.

Sie dankten in besonderer Weise für die Aufklärung und Aufarbeitung der

Geschichte Ihrer Väter und Großväter, welche selbst in ihren Familien bisher nur

fragmentarisch oder gar nicht bekannt war. Eine schönere Folge als die

Entstehung einer neuen, transatlantischen Freundschaft kann es kaum geben.

Vor wenigen Wochen erst besuchten uns David und Mary Cram aus Rhode Island,

die an der Enthüllung des Gedenksteins im Juni nicht teilnehmen konnten.

 

Ich danke all jenen herzlich, die uns bei diesen Veranstaltungen

und Ereignissen unterstützt haben und jenen im Besonderen,

die mich dabei begleitet und mir unter die Arme gegriffen haben.

 

Aber auch in diesem Jahr waren wir natürlich kreativ. Im Herbst entstanden

zwei neue Kurzspielfilme, die wir in gut einer Woche erstmals der Öffentlichkeit

vorstellen werden. Auch dafür möchte ich allen Darstellerinnen, Darstellern

und Mitwirkenden herzlich danken für Ihr Engagement und Interesse daran,

in dem uns gegebenen Rahmen Geschichten zu erzählen.

 

Ich denke gerade dieses Jahr hat eindrucksvoll gezeigt, dass man auch als kleine,

unabhängige Filmgruppe erfolg- und folgenreich sein kann. Was wollen wir mehr?

 

Ich wünsche allen Darstellerinnen und Darstellern, allen Mitwirkenden

und auch allen Lesern dieser Zeilen ein Frohes Weihnachtsfest

und ein gutes, gesundes und erfolgreiches Jahr 2013.

 

Marcus Siebler

Schrobenhausen, 25. Dezember 2012

 

 

 

 

 


Die Termine unserer neuen Premierenveranstaltung stehen fest:

 

Freitag, 04. Januar 2013, 20h, CinePark Schrobenhausen

 

Sonntag, 06. Januar 2013, 11h, CinePark Schrobenhausen

 

EINTRITT FREI!

 

Erstmals zu sehen sein werden unsere neuen  Kurzspielfilme STILLEN! und COALITIO

sowie SPURENSUCHE von Martin Kochloefl und Jürgen Liebenstein aus Landshut.

 

CinePark Schrobenhausen

Bürgermeister-Stocker-Ring 1

86529 Schrobenhausen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im September und Oktober 2012 drehten

wir unseren neuen Kurzspielfilm COALITIO.

 

Mit dabei waren zum ersten Mal Dragan Kovacevic

sowie Markus Gangl.

Desweiteren spielen in den Hauptrollen Roswitha Stiegelmaier,

Leonhard Gabriel und Sarah Schönacher.

Ebenfalls zu sehen sein werden Matthias Wenger, Fried-Helm Herzig,

Katharina Huber, Markus Loderer und viele andere

als Dorfbevölkerung.

 

Die Satire erzählt die kurze Geschichte einer Bürgervereinigung

im kleinen, bayerischen Dorf Tittenhausen, die es sich zum

Ziel gesetzt hat, die Errichtung von drei, vom Marktgemeinderat

beschlossenen, Windkrafträdern zu verhindern und fragt sich

nach den Idealen und Hintergründen des "Wutbürgertums"

der letzten Jahre.

Eine kleine, zeitgenössische Abhandlung vor dem Hintergrund

der, von der Bundesregierung beschlossenen Energiewende.

 

Ich danke allen Mitwirkenden herzlich für ihr Engagement!

 

Zudem möchte ich Otto Dillitzer herzlich danken,

der für zwei Tage unser Gastgeber war,

uns seinen Theatersaal zur Verfügung stellte

und uns mit Essen und Getränken versort hat.

 

Es waren fünf erheiternde Drehtage (was natürlich auch

der satirischen Umsetzung des Themas im Film geschuldet war).

Nachhaltig in Erinnerung bleiben werden mir bestimmt der Dreh

der Feldszenen am Nachmittag des 03. Oktober 2012

am Windkraftrad bei Sünszhausen/Dürnzhausen, das gemütliche

Beisammensein später in meinem Heimatdorf Hirnkirchen

sowie die Aufzeichnung der Bürgerversammlung

im Theatersaal des "Oberen Wirt" in Hörzhausen.

Der Film befindet sich in der Postproduktion.

 

Marcus Siebler, November 2012

 

Bilder: Sarah Schönacher & Markus Loderer

 


 

 

 

 

 

 

 

Impressionen, Kino-Center Wolnzach, 31. Oktober 2012.

 

Bilder: Sarah Schönacher

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am 31. Oktober 2012 zeigen wir 13. Juni 1944 im Kino-Center Wolnzach.

 

Mittwoch, 31. Oktober 2012, 20h

Kino-Center Wolnzach

 

Anschrift:

Kino-Center Wolnzach

Am Starzenbach 12

85283 Wolnzach

 

Programm:

 

1. ABSCHUSS (2010)

2. 13,5 km (2010)

 

Pause

 

3. 13. Juni 1944

 

Moderation: Marcus Siebler

 

 

 

 

 

 

Wechselstrom im Programm des INDIGO-Filmfest

am Samstag, den 13. Oktober 2012 in Bardenbach!

 

INDIGO-Filmfest

12. & 13. Oktober 2012

Büschfelder Straße

66687 Wadern-Bardenbach (Saarland)

 

 

 

 

 

 

 

 

Impressionen aus Hörzhausen. Samstag, 08. September 2012

 

Bilder: Sarah Schönacher

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Schrobenhausener Filmemacher Marcus Siebler (Mitte) zeigt

in Hörzhausen seinen Film "13. Juni 1944" am Samstag, 8. September,

beim Oberen Wirt. Zur Vorbesprechung trafen sich jetzt Westend-

Vizevorsitzender Herbert Euba, Kriegervereinsvorsitzender Josef Marquardt,

Westend-Vorsitzender Wolfgang Euba und Koordinator Markus Loderer.

 

 

Marcus Siebler zeigt seine Filme in Hörzhausen


Einige Bürger aus dem Schrobenhausener Stadtteil waren

bei den Dreharbeiten mit von der Partie

 

Von Fritz Endres

 

Hörzhausen (SZ) Es sind gut acht Monate vergangen, seit der neue

Dokumentarfilm "13. Juni 1944" des Schrobenhausener Filmemachers

Marcus Siebler im CinePark in Schrobenhausen uraufgeführt wurde.

Schon bei der Premiere im Januar dieses Jahres drängten sich

zahlreiche Interessierte in den bis auf den letzten Platz gefüllten Kinosaal.

Am Samstag, 8. September, ist der Film in Hörzhausen zu sehen.

Die Freizeitfußballer von Westend Hörzhausen und der Krieger- und

Soldatenverein laden gemeinsam um 19.30 Uhr ins Gasthaus "Oberer

Wirt" (Nähe Kirche) ein. Marcus Siebler und die Schrobenhausener

Filmgruppe Dram-Film zeigen noch weitere zwei Kurzfilme - bei freiem Eintritt.

In der Umgebung von Au in der Hallertau ist Marcus Siebler aufgewachsen

und dort ereignete sich am 13. Juni 1944 auch jene Geschichte, die der

Filmemacher in seiner Arbeit in energischer Weise rekonstruiert und

dokumentiert hat. An besagtem Datum war ein US-amerikanischer

B-24-Bomber nach einem Luftangriff auf München abgestürzt und im

späteren Verlauf drei der zehnköpfigen Besatzungsmitglieder von

fanatischen Funktionären der NSDAP-Kreisleitung in Freising ermordet

worden. Siebler hörte schon in seiner Kindheit zahlreiche Gerüchte über

die zurückliegenden Vorfälle in den verschiedensten Versionen und fragte

sich schon damals, wer diese amerikanischen Soldaten wohl gewesen waren.

Mit dem Vorsatz, den Ermordeten Namen und Gesichter zu geben, begann eine

über zweijährige Recherchearbeit, in der Siebler nicht nur die Besatzung

identifizieren konnte, sondern überraschenderweise noch einen dritten, bisher

völlig unbekannten Mordfall aufdeckte. Er forschte in amerikanischen und

deutschen Archiven, interviewte Zeitzeugen und baute Kontakt zu Angehörigen

der damaligen Bomberbesatzung auf.

"Seit der Premiere des Films in Schrobenhausen ist viel geschehen. Besonders

im Landkreis Freising entfachte der Film großes Interesse. Allein bei den ersten

beiden Vorführungen in der Auer Mittelschule im Januar dieses Jahres sahen

über vierhundert Besucher den Film", freut sich Filmemacher Siebler.

Bei den Bayerischen Film- und Videofestspielen in Bad Wiessee wurde der Film

mit dem Bayerischen Löwen ausgezeichnet.

Zwei weitere Kurzfilme von Marcus Siebler werden gezeigt. In dem sechzehn-

minütigen Dokumentarfilm "13,5 km" erzählt der Zeitzeuge Xaver Neumeier

aus Sieblers Heimatdorf Hirnkirchen in erschütternder Weise von seinen

Erlebnissen aus den letzten Kriegstagen 1945, als ein von SS-Mannschaften

bewachter Konvoi von etwa eintausend KZ-Häftlingen für zwei Tage Halt im Ort

machte. Außerdem zu sehen ist der Kurzspielfilm "Abschuss".

Der Film erzählt die fiktive Geschichte vom missglückten Versuch eines kleinen,

bayerischen Dorfes, sich seiner nationalsozialistischen Vergangenheit zu stellen.

Eine amerikanische Journalistin ist zu diesem Anlass angereist, doch über dem

Dorf herrscht weiterhin ein offenes Geheimnis, dem selbst die Jüngeren nicht

gewachsen scheinen. Der Film wurde maßgebleich von den Recherchen zu

"13. Juni 1944" beeinflusst und entstand unter Mitwirkung zahlreicher

Darstellerinnen und Darsteller aus dem Schrobenhausener Land, wie dem

Halsbacher Leonhard Gabriel jun. als Bürgermeister Huber. Außerdem waren

einige Hörzhausener an einer Außenszene beteiligt, die in Hörzhausen

gedreht wurde.

Westend-Vorstandsmitglied Markus Loderer hat den Kontakt zwischen

Westend, dem Krieger-  und Soldatenverein und Siebler hergestellt.

"Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, die Dokumentation in

Hörzhausen zeigen zu können", strahlt Loderer, der hofft, dass

zahlreiche Interessierte kommen werden und die Filme anschauen.

 

Schrobenhausener Zeitung, 06. September 2012

 

 

 

 

 

 

 

Im September 2012 zeigen wir 13. Juni 1944

in Zusammenarbeit mit Westend Hörzhausen e.V

und des Krieger- und Soldatenvereins Hörzhausen e.V.

im Gasthaus Oberer Wirt in Hörzhausen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen.

 

Eine Veranstaltung von Westend Hörzhausen e.V.

und des Krieger- und Soldatenvereins Hörzhausen e.V.

Samstag, 08. September 2012, 19.30h

Gasthaus Oberer Wirt, Hörzhausen

 

Anschrift:

Oberer Wirt

Obermühlstraße 10

86529 Hörzhausen/Schrobenhausen

 

Programm:

 

1. ABSCHUSS (2010)

2. 13,5 km (2010)

 

Pause

 

3. 13. Juni 1944

 

Moderation: Marcus Siebler

 

EINTRITT FREI!

 

 

 

 

 

 

Auf Einladung des Bezirksverbandes Oberbayern

des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

zeigen wir 13. Juni 1944 am 26. September 2012

bei der V. Bezirkstagung der Ehrenamtllichen

in einer internen Veranstaltung in Dachau.

 

Mittwoch, 26. September 2012, 9h

Theatersaal des ASV-Sport- und Veranstaltungszentrums

Gröbenrieder Straße 21

85221 Dachau

 

 

 

 

 

 

 


13. Juni 1944 im Programm des 5. Diessener KurzFilmFestival 2012

 

5. Diessener KurzFilmFestival

06. bis 10. November 2012

86907 Diessen


Die Filme werden an zwei Spielstätten gezeigt:

In der Schützenhalle am Augustinerberg

und im Ammersee-Gymnasium.

 

 

 

 

 

 

 

Am Freitag, den 13. Juli 2012 zeigen wir 13. Juni 1944 und 13,5 km

in der Grund- und Mittelschule Zolling sowie

am Freitag, den 20. Juli 2012 im Gabelsberger-Gymnasium Mainburg

jeweils in einer internen Schülervorstellung!

 

 

 

 

 

13. Juni 1944 im Programm der Kurzfilmnacht Pfaffenhofen.

 

Freitag, 29. Juni 2012, 21.30h

Die kurze Nacht der noch kürzeren Filme

Ilm-Insel

Münchener Straße, Pfaffenhofen/Ilm

 

 

 

 

 

WECHSELSTROM und Pomp and Circumstance im Programm

des Zuschauerkinos im Filmmuseum München.

 

Donnerstag, 28. Juni 2012, 19h


Filmmuseum München

Zuschauerkino

St.- Jakobs-Platz 1

80331 München

 


 

 

 

 

 

 

 

 

Die Veranstaltungen rund um die Enthüllung des

Denkmals für die von von NSDAP-Funktionären

ermordeten Besatzungsmitglieder des am

13. Juni 1944 bei Sillertshausen notgelandeten

US-Bombers am Wochenende des

16. und 17. Juni 2012 sind nun Vergangenheit.

 

Am Samstag Nachmittag unternahmen wir mit

unseren Gästen aus den U.S.A. eine kleine Reise

zu verschiedenen Originalschauplätzen, abends

dann zeigten wir "13th June 1944" in der neuen,

englisch-untertitelten Version mit anschließender

Gesprächsrunde.

 

Die Enthüllung des Denkmals am Sonntag Nachmittag

war ein tief ergreifender und bewegender Moment

der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

 

Alle Programmpunkte wurden von Martin Kochloefl

und Jürgen Liebenstein vom Film- Videoclub

Landshut VHS aufgezeichnet. Diese werden aus dem

Material im Laufe des Jahres einen Film

zusammenstellen.

 

Marcus Siebler, Juni 2012

 


STATEMENT anlässlich der Enthüllung eines Gedenksteins zur Erinnerung

des Absturzes eines US-Bombers am 13. Juni 1944 bei Sillertshausen

und die darauffolgende Ermordung von drei Besatzungsmitgliedern

durch fanatische Nationalsozialisten. Marcus Siebler/Dram-Film, 17. Juni 2012

 

Schon seit meiner Kindheit hat mich die Frage nach den Namen jener

amerikanischen Besatzungsmitglieder, die nahe dieses Ortes Opfer

menschenverachtender, nationalsozialistischer Gewalt wurden,

nie verlassen.

Es ist ein bewegender Moment heute an einer Gedenktafel zu stehen,

welche genau diese Namen trägt.

In unserem Film „13. Juni 1944“ haben wir das Schicksal jener Besatzung,

derer wir heute gedenken, erforscht, rekonstruiert und dokumentiert.

Während der Produktion durfte ich viele Menschen kennen lernen,

darunter auch Euch, liebe Lori und Steve. Aus Euren Erzählungen weiß

ich, dass der 13. Juni 1944 bis ins hohe Alter ein erinnerungswürdiger

Tag im Leben Eurer Väter war. Für vier ihrer Kameraden brachte dieser

Tag einen schrecklichen und sinnlosen Tod, für sie selbst bedeutete er

von nun an Kriegsgefangenschaft.

Aber auch hier berichteten mir Menschen, dass sie in ihrem Leben oft

an jenen Tag zurückdachten, an dem sie Zeuge erschreckender Bilder

geworden waren. Bilder, die sie nie vergessen haben. Heute, nach 68 Jahren,

konnten wir uns erstmals gemeinsam erinnern  und der Opfer einer

traurigen Geschichte gedenken. Einer Geschichte Eurer Väter, die ein

Teil der Geschichte unserer Heimat ist.

Unter dem mehrere Ordner füllenden Material an Dokumenten, die wir

während der letzten Jahre zusammengetragen haben finden sich drei Seiten,

die sich von den vielen anderen grundlegend unterscheiden. Es sind keine

Abschriften von Verhören, Urteilen oder Militärprotokollen. Es sind die

ergreifenden, persönlichen Worte einer Frau, die an diesem 13. Juni 1944

ihren Sohn verloren hat. Die Mutter des, damals in der nur wenige Kilometer

von hier entfernten Arrestzelle von Attenkirchen ermordeten Copiloten

verfasste einst den Text dieses tief berührenden Songs in Gedenken an

ihren Sohn, 2nd Lt. Dennis H. Griggs.

In einer dieser Zeilen heißt es:

 

"Mit dem Lächeln eines Buben, schickte er sich an zu gehen -

und rief, als er wegzog in den Krieg, wir würden uns bald wiedersehen -

Aus dem „Bald“ von dem er sprach sind schon viele Jahr´ geworden –

Während ich in meinem Herzen meine Tränen hab´ verborgen.

All die Zeit die er nicht mehr da, bereitet Sehnsucht große Schmerzen –

Ich brauch´ kein Bild von meinem Sohn, denn ich trage eins in meinem Herzen.“


Das Herz von Mrs. Pearl Griggs seht heute stellvertretend für die Herzen

aller Mütter, Väter, Brüder und Schwestern der Crewmitglieder

von 2nd Lt. Herbert F. Frels, aber auch für unsere eigenen,

die wir heute dieser Menschen gedenken.

Zum Abschluss dieser Zeremonie hören Sie nun  „My Mem´ry Portrait“

von Pearl Griggs, bekannt aus dem Film und interpretiert

und gesungen von Christina Wolf.

 

 

 

 

 

485th Bomb Group Association

 

13. Juni 2012

 

Lieber Marcus,


heute ist ein besonderer Jahrestag. So traurig es ist, wenn man sich

an die Ereignisse erinnert, die sich an jenem Tag im Jahre 1944 zugetragen

haben als Herbert Frels´ Crew in der Gegend von Aign/Sillertshausen

niederging, so ist es nun auch ein Tag des Trostes der uns wissen lässt,

dass diese Männer nicht vergessen sind.

Stellvertretend für die 485th Bomb Group Association will ich Dir für

die Arbeit danken, diese Ereignisse in Deinem Dokumentarfilm festgehalten

zu haben.

Ich denke wir alle haben die Pflicht, mit unserer Geschichte sorgfältig

umzugehen, damit wir aus ihr lernen können.

Wir wissen es zu würdigen, dass Du dies mit Deinem Film getan hast.

Wir möchten auch Herrn Adolf Widmann für seine Initiative danken,

ein Denkmal zu errichten, welches nun einen Ort der Erinnerung

ermöglicht.

Ebenfalls danken wir dem Eigentümer des Grundstücks,

für seine Großzügigkeit, dieses dafür bereitgestellt zu haben.

Wir möchten den Kommunen, den Spendern, Vereinen und sonstigen

Unterstützern sehr herzlich danken und allen Teilnehmern und Gästen

unsere Grüße übermitteln.

Ich bin sehr glücklich, dass Angehörige der Familien Frels und Barnes

persönlich teilnehmen und die 485th Bomb Group Association repräsentieren

können. Mein einziges Bedauern gilt dem Umstand, dass ich heute leider

nicht mit Ihnen sein kann.

Meine besten Wünsche Ihnen allen für dieses besondere Wochenende.

 

Jerry Whiting

Historian

485th Bomb Group Association

 

 

 

 

 

STATEMENT/Cram-Family, 17. Juni 2012

 

Die Familie von Chester David Cram, einst ein 2nd Lt.

im U.S. Army Air Corp und vor kurzer Zeit verstorben,

möchte all jenen danken, die durch ihr Engagement an

die Ereignisse vom 13. Juni 1944 erinnern.

Durch Marcus Siebler´s Arbeit sind uns viele Dinge,

die an jenem schicksalhaften Tag vor 68 Jahren geschahen,

bekannt geworden.

Dies betrifft die Schicksale jener Männer die damals starben,

aber auch das der Überlebenden Crewmitglieder.

Auch wenn es uns aus gesundheitlichen Gründen derzeit

nicht möglich ist, an diesem Wochenende bei Ihnen zu sein,

so sind wir es doch in unseren Gedanken.

Wir bedauern es sehr, all jene, die dieses Denkmal initiiert

und unterstützt haben, nicht persönlich treffen zu können.

Es ist ein Akt von großer Freundlichkeit und unerwarteter

Großzügigkeit  - ein Akt, der an all jene erinnert, die in diesem

schrecklichen Konflikt vor so langer Zeit ihr Leben lassen mussten.

Vielen Dank.

 

David und Mary Cram

 

 

 

 

 


Impressionen vom 16. und 17. Juni 2012:

 

Bilder: Sarah Schönacher

 

 

Rundfahrt zu den Originalschauplätzen aus "13th June 1944"
Denkmalenthüllung, Aign, 17. Juni 2012
Denkmalenthüllung, Aign, 17. Juni 2012
Denkmalenthüllung, Aign, 17. Juni 2012
Denkmalenthüllung, Aign, 17. Juni 2012
Gesprächsrunde, Attenkirchen, 16. Juni 2012
"13th June 1944" in Attenkirchen, 16. Juni 2012
Rosemary Romanek, Marcus Siebler
"13th June 1944" in Attenkirchen, 16. Juni 2012
Rundfahrt zu den Originalschauplätzen aus "13th June 1944"
Steve Barnes, Marcus Siebler
Christina Wolf, Denkmalenthüllung, Aign, 17. Juni 2012

 

 

 

 

 

 

Vier - von 50 Millionen Toten des Weltkrieges

 

Gedenkstein erinnert an vier 1944 getötete US-Flieger -

Enthüllung mit Festakt

 

Von Michael Betz

 

A u / At t e n k i r c h e n . Gedanken und Gefühle von Völkerverständigung

und Versöhnung standen am Sonntag über einer besonderen Zeremonie:

Zwischen den Ortschaften Attenkirchen und Sillertshausen wurde ein Gedenkstein

für vier US-Flieger eingeweiht, die am 13. Juni 1944 beim Absturz ihres Flugzeugs

umgekommen sind – drei von ihnen hatten fanatische Nationalsozialisten ermordet.

Adolf Widmann hatte die Aufstellung des Denkmals organisiert, der Dokumentarfilmer

Markus Siebler hatte die historischen Hintergründe minutiös recherchiert und vor allem

die Namen der Toten herausgefunden. Vor Ort waren auch Angehörige überlebender

Besatzungsmitglieder aus den USA.

 

Es dürften rund 100 Teilnehmer gewesen sein, die sich am Sonntagnachmittag vor dem

Granitstein und der kleinen Gruppe von Birkenbäumchen aufstellten, um das Denkmal

einzuweihen. Fast genau 68 Jahren nach den tragischen Ereignissen jenes 13. Juni 1944,

fast genau an der Stelle des Absturzes – inmitten sattgrüner Hopfengärten, unter einem

strahlenblauen Himmel, was einen auffallenden Kontrast zum Ernst des Ereignisses bot.

Und doch konnte man die friedliche Natur ringsum als Zeichen der Hoffnung deuten –

dass Hass und Krieg nicht dauerhaft die Herrschaft haben. So klang in den Grußworten

an diesem Tag auch immer wieder der Gedanke von Versöhnung und Freundschaft durch.

Schließlich stand man gemeinsam vor dem Mahnmal – die Deutschen und die Amerikaner.

Und für sie alle fasste Adolf Widmann, der Initiator der Denkmals-Aufstellung, die Gedanken

in Worte, die viele bewegt haben mochten: „Mancher fragt sich, warum man so etwas macht,

nach 68 Jahren“, schickte Widmann voraus und lieferte gleich selbst die Antwort dazu:

„Soldaten haben hier ein Martyrium erlitten. Und dafür sollten sie ein Marterl bekommen,

wie es hier der Brauch ist.“ Und weil man nicht wisse, ob für die toten Soldaten jemals einer

ein Vaterunser gebetet habe, könne man das heute nachholen. Widmann betonte auch, dass

für die Morde niemand aus der Bevölkerung verantwortlich gewesen sei, damit sollten

entsprechende Mutmaßungen auch ihr Ende finden, hoffte er. Diesbezüglich betonte Widmann,

dass der Dokumentarfilm „13. Juni 1944“ von Markus Siebler einiges bewegt und auch Fragen

beantwortet habe. Der zentrale Teil des Festaktes am Sonntag waren einige Gedanken und

Gebete der beiden Geistlichen Günther Stadlbauer für die katholische und Markus Krusche

für die evangelische Kirche. Krusche betonte dabei, dass man aus einem ernsten Anlass

zusammengekommen sei, umso wichtiger sei der Moment. Eine schon weit vergangene

Geschichte sei durch die Recherchen zum Film „13. Juni 1944“ wieder lebendig geworden.

Es gelte, Menschen zu gedenken, die gelitten haben. Und vor diesem Hintergrund müsse

man der Entmenschlichung immer neu mit Menschlichkeit begegnen. Pfarrer Stadlbauer

brachte ins Bewusstsein, dass hinter den Namen auf dem Denkmal auch eine Geschichte

stehe. Deshalb solle man sich zum Nachdenken anregen lassen, wenn man vorbeikomme

und am Stein nicht einfach vorbeifahren, wünschte sich Stadlbauer, bevor beide Geistlichen

gemeinsam Gebete für die toten Soldaten sprachen, Pfarrer Krusche sogar auf Englisch.

Von politischer Seite sprachen die Attenkirchener Bürgermeisterin Brigitte Niedermeier,

Vize-Landrätin Anita Meinelt und der Landtagsabgeordnete Florian Herrmann Grußworte.

Bürgermeisterin Niedermeier hob hervor, dass man sich an diesem Ort an ein dunkles und

unrühmliches Kapitel der Geschichte erinnere. Auch wenn man die Gräueltaten einer

fanatischen NSDAP-Kreisleitung nicht ungeschehen machen könne, könne man um Verzeihung

bitten. Dabei mahne das Denkmal, sich mit ganzer Kraft für den Frieden einzusetzen.

Landtagsabgeordneter Herrmann setzte das lokale Ereignis in einen Bezug zum großen

Ganzen: „Der Zweite Weltkrieg forderte 50 Millionen Tote, vier davon stehen auf dieser Tafel.“

Man könne sich an so einem Tag fragen, wie das Leben dieser US-Flieger ohne den Krieg

verlaufen hätte können - und auch das zeige die Dimension der Unrechtsherrschaft der NS-Zeit.

Von einer „wirklich bewegenden Feier an einem Denkmal, das noch stehen wird, wenn es keine

Zeitzeugen mehr gibt“, sprach Herrmann abschließend. Anita Meinelt sah die heutige Generation

in der Verpflichtung, sich zu erinnern, um damit gefeit zu sein vor Demagogen und diktatorischen

Regimes. Allen Rednern gemeinsam war die Würdigung von Markus Siebler und Adolf Widmann

für ihre Aktivitäten und Forschungen. Als Vertreterin des amerikanischen Generalkonsulates in

München sah Erin Markley in dem Tag einen „traurigen Anlass, aber auch einen Beweis für die

Veränderung der deutsch-amerikanischen Beziehungen. Durch Vergangenheitsbewältigung

würden künftige Gräueltaten verhindert, zeigte sie sich überzeugt. Der Gedenkstein

sei dabei ein Teil der gemeinsamen Erinnerung und Beweis der tiefen Freundschaft zwischen

Deutschen und Amerikanern in der heutigen Zeit. Die gesamte Zeremonie, an der auch die

Krieger- und Soldatenkameradschaften Attenkirchen, Abens, Wolfersdorf und Reichertshausen

teilnahmen, verfolgten auch Lori Frels, die Tochter des Piloten Herbert F. Frels, sowie Steve

Barnes, Sohn des damaligen Funkers im Bomber. Ihn begleiteten seine Tochter und deren

Ehemann. Und speziell für die Gäste aus den USA dürfte es ein ergreifender Moment gewesen

sein, als ein Trompeter das Stück „Taps“ vortrug, das in der amerikanisch- britischen Tradition

stets zur Ehrung der Gefallenen gespielt wird. Und am Ende spielte und sang Christina Wolf

das Lied „My Mem´ry Portrait“. Es stammt aus der Feder von Pearl Griggs. Der Name ihres

Sohnes Dennis H. Griggs steht ebenfalls auf dem Denkmal, das jetzt inmitten der Hügel der

Holledau an ihn und seine drei Kameraden erinnert, die dort starben.

 

Hallertauer Zeitung, 18. Juni 2012

 

 

 

 

 

 

Als die "Georgia Peach" vom Himmel fiel

 

Dokumentarfilm „13. Juni 1944“: Filmschau und Diskussion mit Gästen aus den USA

 

Von Michael Betz

 

A u / At t e n k i r c h e n . Sogar die Ausgeh-Uniform ihres Vaters hatte Lori Frels

aus Texas mit nach Bayern gebracht. Und den Ausweis, den Herbert F. Frels in einem

deutschen Kriegsgefangenenlager im Krieg bekommen hatte: Die Vorführung des

Films „13. Juni 1944“ am Samstag im Willi-Bräu bekam durch die Teilnahme von

Angehörigen der US-Bomberbesatzung, die vor 68 Jahren bei Sillertshausen

notgelandet war, eine sehr persönliche und bewegende Prägung.

In einer Diskussionsrunde ging es um das Schicksal der Überlebenden

und um die Gefühle, die die Gäste aus Übersee angesichts

der Geschehnisse bewegten.

 

Lori Frels und Steve Barnes waren die besonderen Teilnehmer der Filmvorführung an diesem

Abend im Saal des Willi-Bräu: Die Tochter des Piloten jenes Bombers vom Typ B 24 „Liberator“,

der am 13. Juni 1944 zwischen Sillertshausen und Attenkirchen brennend notlanden musste

und der Sohn des Funkers, der damals zur Besatzung gehörte. Sie hatten Markus Siebler

unterstützt bei den Arbeiten zu einem Dokumentarfilm, der Licht diese dunkle Episode des

Zweiten Weltkriegs in der Holledau bringt – schließlich waren drei Überlebende der Notlandung

anschließend von NSDAP-Funktionären umgebracht worden. Sieblers Recherchen gaben der

Besatzung erstmals Namen, persönliche Schicksale und menschliche Schuld wurden greifbar,

die Ereignisse erfuhren eine wissenschaftliche Rekonstruktion. Einiges, was man über die

Ereignisse 1944 weiß, ist Herbert Frels selbst zu verdanken. Er erzählte seiner Tochter im

Jahre 2005 in einem Video-Interview vom Absturz mit seiner Maschine, der die Flieger den

Namen „Georgia Peach“ gegeben hatten. Es ist die dramatische Geschichte dieses letzten Fluges

für die zehn Soldaten, der sie vom US-Stützpunkt Venosa in Süditalien nach München führte,

das Ziel sollten die BMW-Werke in München-Milbertshofen sein, damals kriegswichtiger

Produzent von Flugzeugmotoren. Sein Bomber sei von einem Flak-Geschoss getroffen worden

und von deutschen Jagdflugzeugen attackiert worden, erinnerte sich Frels – in der Gegend von

Au suchte er nach einem Platz für die Notlandung des mittlerweile brennenden Bombers, weil er

nicht wußte, ob noch jemand von der Besatzung im Flugzeug war und es deshalb selbst nicht

verlassen wollte. Herbert Frels erzählte seiner Tochter zwar nicht immer von sich aus von seinen

Kriegserlebnissen, gab ihr aber Antwort auf ihre Fragen, wie Lori Frels am Samstag erzählte.

In einer Diskussionsrunde saß sie gemeinsam mit Steve Barnes sowie Dokumentarfilmer

Markus Siebler, einer Dolmetscherin sowie Adolf Widmann aus Reichertshausen, der die

Aufstellung eines Denkmals für die vier toten Flieger des 13. Juni 1944 initiiert hatte. Die

persönlichen Erzählungen von Frels und Barnes machten die schicksalhaften Wendungen

und auch die tragischen Dimensionen deutlich, die der Kriegsgeneration auf beiden

Seiten aufgezwungen wurden, musste doch Herbert Frels gegen das Land seiner Ahnen

kämpfen: „Meine Familie ist sehr stolz auf ihre deutschen Wurzeln“, betonte Lori Frels.

Bei ihnen zuhause würden viele deutsche Traditionen hochgehalten. Weihnachtsbräuche wie

in der alten Heimat – und dann der Befehl, im Krieg Bomben auf eine Stadt wie München

abzuwerfen: wie groß mag der seelische Zwiespalt für Herbert Frels angesichts solcher Extreme

gewesen sein ? „Es war sehr schwer für ihn“, hob seine Tochter. Steve Barnes, dessen Ehefrau

ebenfalls deutsche Wurzeln hat, erfuhr von seinem Vater, der Funker in der B 24 war, nicht viel

über den Krieg. Er habe nur vor einigen Jahren auf einem Foto die Besatzung der „Georgia

Peach“ gesehen“ und sich gefragt, wer diese Leute wohl alle gewesen seien – und gerade zu

dieser Zeit habe Markus Siebler im Rahmen der Recherchen für seinen Film mit ihm Kontakt

aufgenommen und die Fragen damit auch für ihn und mit ihm beantworten können.

Antworten auf Fragen zu geben, ist ein Teil der „Mission“ des Films, aber weit darüber hinaus

gibt es noch die menschliche Dimension: Markus Siebler betonte am Samstag, er habe in

den USA „liebe Freunde“ gefunden. Lori Frels und Steve Barnes betonten gleichermaßen,

dass sie sich wohl fühlen in Deutschland. Barnes schätzte den Film als „ernüchternd für die

deutsche und die amerikanische Seite“ ein, Frels fühlte Trauer über die Toten auf beiden

Seiten – immerhin wurde allein München 74 mal von britischen und amerikanischen Bombern

angegriffen, dabei waren rund 6 600 Tote zu beklagen und 15 800 Verwundete. Erinnerung

bedeutet auch Verarbeitung: In der Holledau erfuhren die Menschen durch den Film von

Markus Siebler und seit Sonntag auch durch das bei Aign unter der Ägide von Adolf Widmann

aufgestellte Denkmal vom Schicksal der vier getöteten US-Flieger. In den USA gab der Vater

von Lori Frels seine Geschichte weiter. Wie seine Tochter erzählte, habe es dabei auch

bittere Episoden gegeben, weil die US-Bürokratie es ihm schwer gemacht habe, seine

gesundheitlichen Probleme als Kriegsverletzungen anzuerkennen – immerhin hatte der

ehemalige Pilot zeitlebens noch Metallsplitter der „Georgia Peach“ in seiner Schulter.

Auch das „Distinguished Flying Cross“, ein hoher US-Orden, sei ihm erst spät verliehen worden.

Aber am „Veteran´s Day“, einem Gedenktag zu Ehren aller Kriegsveteranen in den USA,

erzählte Herbert Frels von seinen Kriegserlebnissen. Von der Zeit, die dazwischen lag, als ihm

sein Vater 1941 gesagt hatte, er solle sich überlegen, wie er seinem Land dienen könne,

und dem schicksalhaften 13. Juni 1944, an dem er unter hohem persönlichen Risiko sein

Flugzeug landete, um seine Kameraden zu retten. An die Toten dieses Tages erinnern der

Film und das Denkmal, die Väter von Steve Barnes und Lori Frels bleiben in den Erinnerungen

ihrer Familien lebendig – und Lori Frels zeigte sich von einem überzeugt: „Mein Vater ist

glücklich, wenn er herunterschauen kann und sieht, was gerade hier passiert.“

 

Hallertauer Zeitung, 20. Juni 2012

 

 

 

 

 


Drei grausame Morde an Fliegern

 

Die historischen Hintergründe der Denkmals-Aufstellung

 

Von Michael Betz

 

Au / Attenkirchen. Kurz klang am Sonntag noch einmal die dunkle Geschichte

jenes Ortes auf, wo das Denkmal enthüllt wurde: Während eines Angriffes auf die

BMW-Werke in Milbertshofen bei München wurde ein US-Bomber vom Typ B 24 „Liberator“

so schwer von der deutschen Abwehr beschädigt, dass Pilot Herbert F. Frels notlanden

muss. Neun weitere Besatzungsmitglieder sind außer ihm in dem Bomber, sie springen

mit dem Fallschirm ab, einer von ihnen kommt bereits dabei ums Leben – es ist der

Navigator des Flugzeugs, 2nd Lieutenant Donald H. Vincent aus Massachusetts.

Auch sein Name steht auf dem Denkmal beim Weiler Aign. Der schwer verletzte

Pilot und fünf weitere US-Luftwaffensoldaten, die nicht im damaligen Landkreis

Freising landeten, wanderten in Deutsche Kriegsgefangenschaft. Drei US-Flieger

fallen allerdings der Mordmaschinerie des damaligen politischen Systems zum Opfer:

Der 19 Jahre alte Sergeant Robert W. Boynton wird unweit der Absturzstelle von drei

NS-Funktionären aus der Gruppe des damaligen Freisinger NSDAP-Kreisleiters

Hans-Rupert Villechner erschossen.

Der Kopilot 2nd Lieutenant Dennis H. Griggs aus Texas wird am Nachmittag des

gleichen Tages in der damaligen Arrestzelle in Attenkirchen von einem Mitglied

der NS-Funktionsgruppe erschlagen. Private Thearon O. Ivy, der sich mehrere Tage

nach dem Absprung in der Umgebung verborgen hielt, stellte sich am 16. Juni 1944

den Deutschen – und wurde während eines vorgetäuschten Transports in Richtung des

Kriegsgefangenenlagers Moosburg am 17. Juni 1944 auf der Straße dorthin erschossen.

In diesem Fall blieben die Täter unbekannt. Als Verdienst des Dokumentarfilmers

Markus Siebler aus Hirnkirchen bei Au wurde in diesem Zusammenhang

die Recherche der Namen der Toten gewürdigt, außerdem die Aufdeckung des dritten

Mordes, von dem zuvor nichts bekannnt gewesen ist. Zwei der Beteiligten wurden nach

dem Krieg von der US-Justiz zum Tode verurteilt, der ehemalige Kreisleiter Villechner

wurde später von der deutschen Justiz freigesprochen.

 

Hallertauer Zeitung, 18. Juni 2012

 

 

 

 

 

 

Bewegende Gedenkstunde in Aign


In einer bewegenden Gedenkstunde wurde in Aign (Gde. Attenkirchen, Lkr. Freising)

heute auf Initiative des ehem. Bürgermeisters von Au i.d. Hallertau, Adolf Widmann,

und des Dokumentarfilmers Marcus Siebler ein Gedenkstein für die am 13.06.1944

bei Aign abgestürzte Besatzung eines US-Bombers eingeweiht. Eines der zehn

Besatzungsmitglieder kam beim Absturz ums Leben, drei wurden von Nazis auf

grausame Weise ermordet.

Als besondere Ehrengäste konnten wir Angehörige der Besatzungsmitglieder begrüßen,

die den Absturz überlebt haben und in Kriegsgefangenschaft gekommen waren, unter

anderem die Tochter des Piloten, der die angeschossene Maschine über unbewohntem

Gebiet zu Boden gebracht hatte.

Aus meiner Sicht, das konnte ich auch in einem kurzen Grußwort zum Ausdruck bringen,

hat der Gedenkstein die Aufgabe zu erinnern und zu mahnen. Zu erinnern an das Leid

der vier US-Soldaten, das für die 50 Mio Toten des 2. Weltkriegs und der NS-Gewaltherrschaft

stellvertretend steht. Zu mahnen, wie weit wir Menschen kommen, wenn wir sittlich verrohen

und uns von unseren Werten wie der Menschenwürde entfernen. Es waren bewegende

Momente, mit den Amerikanern, aber auch mit Zeitzeugen aus der Region über die

seinerzeitigen Ereignisse zu sprechen.

 

Dr. Florian Herrmann, 17. Juni 2012

Mitglied des Bayerischen Landtags

 

Bild: www.florian-herrmann.de

 


 

 

 

 

 

 

Weitere Presseberichte um den 16. und 17. Juni 2012:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Marcus Siebler brachte den Jugendlichen die schwer verdauliche NS-Geschichte nahe

 

JUGENDFILMVERANSTALTUNG MIT MARCUS SIEBLER


Geschichte direkt vor der Haustüre

 

AU/HALLERTAU (dj) Vor wenigen Tagen hatten Jugendliche der Gemeinden

Attenkirchen, Au und Mauern die Möglichkeit einen Aspekt der Geschichte

ihrer Heimat näher kennenzulernen und sich darüber auszutauschen.

Regisseur Marcus Siebler zeigte in Zusammenarbeit mit der Gemeinde-

jugendpflegerin Anna Gramlich und dem Jugendbeauftragten der Feuerwehr

Attenkirchen Josef Bauer seine beiden Produktionen "13,5 km"

und "13. Juni 1944". Zunächst fand die Veranstaltung am Samstag im

alten Rathaus in Mauern statt und wurde für die Auer und Attenkirchener

Jugend im Gemeindezentrum in Attenkirchen wiederholt.

"13. Juni 1944": Am 13. Juni 1944 stürzt ein amerikanischer Bomber nahe

Sillertshausen im Landkreis Freising ab. Die meisten der zehnköpfigen

Besatzung können sich zunächst mit dem Fallschirm retten. Kurze Zeit

später werden drei Amerikaner von Angehörigen der NSDAP-Kreisleitung

Freising auf brutale Art und Weise ermordet. Der Film ist das Ergebnis

einer zweijährigen Recherchearbeit.

Erstmals gelang es, die damalige Besatzung zu identifizieren sowie einen

dritten Mordfall aufzudecken. Sowohl Zeitzeugeninterviews als auch eine

große Anzahl bisher unveröffentlichter Bilder und Dokumente aus Deutschland

und den U.S.A. machen eine umfassende Rekonstruktion der Vorfälle möglich.

"13,5 km": Ein Konvoi von etwa 1000 KZ-Häftlingen macht in den letzten

Kriegstagen halt in und um Xaver Neumeiers Heimatdorf Hirnkirchen.

Sie stammen aus dem Konzentrationslager im fränkischen Hersbruck

und sind bewacht von SS-Mannschaften. Die völlig erschöpften und hungernden

Häftlinge verbringen, aufgeteilt in zwei Gruppen von jeweils etwa 500 Mann,

zwei Tage auf zwei umliegenden Einödhöfen. Der 80-jährige Hirnkirchener

Xaver Neumeier erinnert sich in dramatisch, bewegenden Worten an

Ereignisse aus jenen zwei Tagen im April 1945, die er nie mehr

vergessen wird.

 

FORUM - DIE LOKALE WOCHENZEITUNG FÜR DIE HALLERTAU, 20. Juni 2012

 

 

 

 

 

 

Dokumentation über ein Naziverbrechen

 

Mauern. Eine Filmdokumentation von Marcus Siebler

mit dem Titel "13. Juni 1944" wird im Rahmen einer

Jugendveranstaltung der Gemeinden Au, Attenkirchen

und Mauern gezeigt. Der Film ist am Samstag, 9. Juni,

um 15 Uhr im Sitzungssaal des Alten Rathauses in

Mauern zu sehen sowie am Sonntag, 10. Juni,

um 15 Uhr im Sitzungssaal über der Apotheke

in Attenkirchen. Es geht um ein Kriegsverbrechen

in der Hallertau, bei dem fanatische Angehörige

der NSDAP-Kreisleitung Freising drei mit dem

Bomber abgestürzte Amerikaner brutal ermordet haben.

Der Film ist das Ergebnis einer zweijährigen Rechereche-

arbeit. Zeitzeugeninterviews sowie eine große Anzahl

bisher unveröffentlichter Dokumente aus Deutschland

und den USA ermöglichten eine umfassende

Rekonstruktion der Vorfälle. Im Anschluss an die

Aufführung bietet sich die Möglichkeit zur Diskussion.

In Attenkirchen wird zudem für Jugendliche ab 13

Jahren der Kurzfilm "13,5 km" gesendet.

Ein Shuttlebus zur Veranstaltung ist über Jugend-

pflegerin Anna Gramlich buchbar unter Telefon

0151/25354077 oder E-Mail anna.gramlich@kjr.freising.de.

Ausführliche Informationen finden sich

unter www.dramfilm.com.

 

Moosburger Zeitung, 24. Mai 2012